Pressespiegel: Braunschweiger Zeitung - Wolfenbütteler Zeitung und Anzeiger, 2006-08-30
Von Kai-Uwe Ruf
WOLFENBÜTTEL. Wirtschaftsförderung, Verkehrsprobleme in der Innenstadt und die Stellung Wolfenbüttels in der Region – das waren die zentralen Themen unseres Wahlforums.
Mehr als 70 Bürger waren ins Bildungszentrum an der Harzstraße gekommen, und sich über die politischen Vorstellungen der drei Bürgermeister-Kandidaten zu informieren.
Richtig Schwung muss in Wolfenbüttels Wirtschaft kommen, darin waren sich alle drei Kandidaten einig. In ihren Wegen zum Ziel unterschieden sie sich teilweise deutlich. Thomas Pink (CDU) setzt auf Konkurrenz zu anderen Städten: "Wir müssen zu uns selbst finden." Er will die Position des Wirtschaftsförderers ausbauen. "Wir haben dafür nur eine halbe Planstellen."
Gemeinsamkeiten mit anderen Kommunen im Kreis sieht er dabei kaum. "Wir haben andere Interessen als Cremlingen."
Auch Stefan Brix (Bündnis 90/Die Grünen) setzt auf ein Solo. "Politisch würde ich die Konkurrenz nicht aufgeben. Es gibt viel, was wir alleine machen können."
Ganz anders Klaus-Peter Bachmann: Der SPD-Kandidat möchte gemeinsam mit dem Landkreis vorankommen. "Die Scharmützel zwischen Kreis und Stadt möchte ich beenden", sagte er zum Thema Wirtschaftsförderung.
Auch über die Kreisgrenzen hinaus solle es keine Konkurrenz zwischen den Kommunen geben. Wolfenbütteler Arbeitsplätze sind Pendler-Arbeitsplätze."
Beim Gewerbegebiet West waren sich die drei weitgehend einig. Damit sich dort endlich mehr Unternehmen ansiedeln, müsse man auch über die Preise sprechen. Pink brachte die Themen Erbpacht ins Spiel und sprach ein Bonus-System für Unternehmen an, die dauerhaft Arbeitsplätze sicherten.
In die Fußgängerzone soll mehr Leben. "Man muss die Innenstadt aufstellen wie ein Einkaufszentrum", schwebte Brix vor. Damit das klappt, brauche man einen anderen Branchenmix und mehr Miteinander von Gewerbe und Handel.
Bachmanns Lösung: Mehr Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsleuten und die Regio-Stadtbahn könnten gegen die Konkurrenz des Braunschweiger ECE-Centers helfen.
Auch Pink ist sicher: In der Fußgängerzone muss man zusammenarbeiten, um zu bestehen. "Man müsse Verkaufsflächen zusammenlegen, um für Investoren attraktiver zu werden. Dafür könne die Stadt auch von ihrem Vorkaufsrecht bei Immobilien Gebrauch machen.
Thema Parkplätze: Über den Bau eines Parkhauses wollen alle drei gerne nachdenken. Pink sprach sich außerdem für innenstadtnahe Kurzparkplätze aus, "wenn man schnell zur Apotheke muss."
Mittwoch, 30.08.2006
Auf dem Podium: (von links) die Bürgermeisterkandidaten Klaus-Peter Bachmann (SPD), Stefan Brix (Bündnis 90/Die GRÜNEN), Thomas Pink (CDU).
Foto: Ruf