Pressespiegel: Braunschweiger Zeitung - Wolfenbütteler Zeitung und Anzeiger, Mittwoch, 2006-08-09
Von Frank Wöstmann
WOLFENBÜTTEL. Die Kogge auf dem Wolfenbütteler Schlossplatz – fast wäre sie zu einem Politikum geworden. Gestern sah sich Bürgermeister Axel Gummert zu einer Erwiderung auf Leserbriefe genötigt. Deren Absender hatten sich nach einer Veröffentlichung in unserer Zeitung gegen die Rathaus-Idee gestellt, das schmucke Schiff dem Abenteuerspielplatz Melverode zu schenken.
"Die Kogge ist eine Theaterkulisse", stellte Gummert klar. Sie sei nicht schwimmfähig und entspreche auch sonst nicht Unfallverhütungsvorschriften für Spielplätze. Selbst Melverode, auf dessen Abenteuer-areal da etwas andere Gesetze herrschen, erhalte das Schiff lediglich als Materialspende. "So weit ich weiß, will man es demontieren und aus den Einzelteilen ein Boot bauen."
Die Piratenkogge war eigens für das Theaterstück "Ohne Furcht und Adel" gebaut und auf dem Stadtgraben zu Wasser gelassen worden. Inzwischen steht sie schon einige Zeit auf dem Schlossplatz, wo die Requisite kürzlich auch einen gelungenen Hintergrund für das Feuer- und Wasser-Spektakel Titanick abgab.
"Da merkte man allerdings auch die Grenzen", schilderte Gummert, der dort selbst an Bord gegangen war. Konzipiert für maximal 15 Personen, musste die Kogge geschätzte 60 Menschen aufnehmen. "Wir mussten sie schließlich aus Sicherheitsgründen sogar räumen lassen."
Und Gummert ging noch einmal auf die Forderung nach einem Abenteuerspielplatz in Wolfenbüttel ein: "Wir haben weder einen entsprechenden Standort noch einen Betreiberverein wie in Melverode."
Mittwoch, 2006-08-09